Amanita Online Congress 2025 –
Interview-Zusammenfassung: Ash Ritter
Datum: 26. Oktober 2025 | Kategorie: Ethnobotanik & Kulturpraxis
Am dritten Kongresstag führte Ash Ritter uns in eine Welt, in der Ökologie, Ritual und persönliche Herkunft zusammenfließen; im Gespräch in Prag spürte man, wie sehr sie Amanita muscaria nicht als „Einzelstoff“, sondern als Beziehungswesen begreift, das Menschen mit Land, Ahnen und innerer Haltung verbindet. Das Interview wurde in Prag aufgezeichnet und auf Englisch geführt;
Über die Sprecherin
Ash Ritter ist Ethnobotanikerin, Lehrerin und Animistin mit über 20 Jahren Erfahrung in Pilzkunde und Pflanzenweisheit; sie lebt in den Wüstenregionen der USA und leitet „Black Sage Botanicals“, wo sie traditionelle und zeitgenössische Wege der Pflanzen- und Pilzbeziehung vermittelt.
Kernaussagen aus dem Interview
Ritter versteht Amanita muscaria als mykorrhizalen „Beziehungs-Pilz“, der ökologisch mit Bäumen, Wetter und Landschaft verwoben ist; ihr Zugang betont Verbindung zu Ahnenländern, das Spannungsfeld zwischen Gift und Medizin sowie die Verantwortung, mit Potenz achtsam umzugehen.
Von der Ökologie zur Beziehung
Amanita sei weniger „Einzelsubstanz“ als „Antenne“ eines unterirdischen Netzwerkes; wer mit dem Pilz arbeitet, tritt in Beziehung zu Boden, Bäumen und Elementen und kultiviert damit auch eine andere Haltung zum eigenen Lebensraum.
Gift und Medizin – ein kultureller Spiegel
Zwischen Toxin und Tonic liege ein kultureller Deutungsraum; Märchen, Mythen und Volksglauben hätten Wissen oft verschlüsselt bewahrt, insbesondere in Zeiten gesellschaftlicher Unterdrückung.
Frauen, Körperintelligenz und Verkörperung
Ritter beschreibt, wie Arbeit mit Amanita das „Nach-Hause-Kommen“ in den Körper fördern könne und einen Ausgleich zwischen intellektueller Betrachtung und geerdeter Verkörperung verlangt; sie plädiert für Achtung vor zyklischen, „dunklen“ Räumen der Regeneration.
Tier- und Baumbeziehungen
Erzählungen über Bären, Hirsche, Krähen, Kröten und Fliegen verweisen auf ökologische Vernetzungen; mykorrhizale Partnerschaften umfassen regional vorrangig Nadelbäume (z. B. Fichte, Kiefer) und zeigen, dass Ausdrucksformen bioregional variieren können.
Set & Setting und Erwartungsmanagement
Erfahrung werde stark von Mindset, Rahmen und Kultur geprägt; sanfte, gut gehaltene Kontexte fördern Sicherheit und erlauben differenzierte Wahrnehmung fernab von Sensations- oder „Wundermittel“-Erwartungen.
Praxis-Notizen (ohne Anleitung)
Ritter betont Langsamkeit, Respekt und Qualität über Hast und Hype; statt reduktionistischer Fixierung auf Chemie plädiert sie für ein Zusammendenken von Ökologie, Kulturgeschichte und persönlicher Integrität.
Offene Fragen & Forschungsimpulse
Wie beeinflussen kulturelle Narrative den Umgang mit Amanita; welche Rolle spielen Bioregion, Art/Unterart und Zubereitungsform für Wahrnehmung und Verträglichkeit; wie lässt sich ökologische Beziehungsethik in Bildungsformate übersetzen.
Fazit der Redaktion
Ritters Beitrag verlagert den Fokus von „Wirkstoff-Wissen“ hin zu „Beziehungs-Wissen“; wer Amanita verstehen will, sollte Landschaft, Geschichte und die eigene Haltung mitdenken und Verantwortung über Faszination stellen.
Weiterführender Link
Hinweis der Amanita Academy: Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir uns von jeglichen medizinischen, therapeutischen oder inhaltlichen Aussagen der im Amanita Online Congress 2025 vertretenen Sprecher distanzieren. Wir möchten lediglich die Inhalte der einzelnen Vorträge neutral zusammenzufassen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – ohne Wertung, Empfehlung oder Einflussnahme. Die in den Interviews und Präsentationen geäußerten Meinungen spiegeln nicht zwangsläufig die Ansichten der Amanita-Academy wider. Wir stellen dieses Wissen zur Verfügung, um den Diskurs zu fördern und interessierten Menschen die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Bild zu machen. Alle Videos können auf der offiziellen Webseite des Kongresses eingesehen werden: http://amanita-congress.de/
Informationen über die Interviewpartnerin
Ash Ritter
Ethnobotanik & Black Sage Botanicals
Ash Ritter ist Ethnobotanikerin, Kräuterkundige, Pädagogin und Autorin mit über 23 Jahren Erfahrung in klinischen, traditionellen und akademischen Bereichen. Ihre Arbeit verbindet Pflanzenkunde, Ethnomykologie und Heiltraditionen verschiedener Kulturen. Sie gilt als eine der profundesten Stimmen im Bereich des Amanita muscaria und wurde vom High Times Magazine für ihre außergewöhnlich gründlich recherchierten Inhalte gewürdigt.
In ihrer Praxis Black Sage Botanicals in der Sonora-Wüste berät und begleitet Ash Menschen in Heilprozessen, forscht zu ethnobotanischen Themen und teilt ihr Wissen weltweit in Workshops und Vorträgen. Ihre Arbeit vereint Wissenschaft, Spiritualität und Pflanzenweisheit auf authentische Weise.
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